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In Eisenberg gibt es ein Problem:
Die Stadt benutzt eine rassistische Figur als Symbol für das Stadt-Fest. Diese Figur zeigt einen Schwarzen Mann mit Federn und Schmuck. Sie steht auf dem Marktbrunnen und ist Teil einer alten Geschichte der Stadt.
Seit 2019 feiert die Stadt ein Fest mit diesem Namen: „Mohren-Fest“. Viele Menschen finden das falsch, weil die Figur und der Name rassistisch sind. In ganz Deutschland sprechen Menschen darüber, dass solche Namen geändert werden sollen. Aber in Eisenberg passiert das nicht. Im Gegenteil: Die Stadt macht eine Ausstellung dazu und der Bürgermeister nutzt das Thema für seinen Wahl-Kampf.
Auch Neonazis gibt es in Eisenberg. Es gibt ein Tattoo-Studio mit Nazi-Symbolen. In der Nähe sind auch das Rathaus, das AfD-Büro und Orte mit dem „M“-Namen.
Wo Rassismus erlaubt ist, gibt es keine echte Toleranz. Deshalb sagen wir: Das Fest kann nicht bunt und offen sein, wie der Bürgermeister sagt.
Viele Gruppen, auch Schwarze Menschen, haben mit der Stadt gesprochen. Aber die Stadt hört nicht zu. Deshalb protestieren wir.
Wir sagen: Eisenberg, es reicht!
Wir wollen:
- Der Name „M-Fest“ muss weg.
- Die Stadt soll die Geschichte ehrlich erzählen.
- Es sollen Tafeln aufgestellt werden, die kritisch informieren.
Kommt zu unserer Kundgebung!
30. Mai 2026
12.30–16.30 Uhr
Friedenspark Eisenberg
Text in schwerer Sprache:
Was ist los in Eisenberg?
Wie in vielen deutschen Städten wirkt in Eisenberg das weit zurückreichende koloniale Erbe auf problematischste Weise nach: Als Wahrzeichen der Stadt bedient sich Eisenberg einer überzogen exitisierenden Darstellung eines halbnackten Schwarzen Menschen in Federrock und mit Goldschmuck, der auf einem Brunnen am Markt prangt. Diese Figur, der sogenannte „M.“, wird als essentieller Teil der Entstehungssage des Stadtwappens gehandelt. So sind in Eisenberg u. a. eine Apotheke, ein Hotel und eine Straße derart benannt. Auffällig ist, dass ein kritischer Umgang mit rassistischen Klischees und kolonialen Narrativen von der Stadt Eisenberg völlig außer Acht gelassen wird.
Das Stadtfest / Das M.-Fest
Stattdessen wird seit 2019 ein Stadtfest mit der Bezeichnung „Mohrenfest“ neu veranstaltet – und das, obwohl bundesweit schon seit Jahren Debatten über die Umbenennung von öffentlichen Orten geführt werden, deren Namen problematische Geschichtsbilder unhinterfragt glorifizieren und/oder reproduzieren. Mittlerweile hat die Stadt Eisenberg 2023 im hiesigen Museum eine Ausstellung eröffnet, die ihr Narrativ bestätigt, und Bürgermeister Kieslich hat die Namensgebung bereits zum Wahlkampfthema gemacht – und das mit Erfolg.
Die Stadt Eisenberg ist an einer kritischen Auseinandersetzung mit Stadtgeschichte und Folklore nicht interessiert. Es wurde sich sogar das Ziel gesetzt, die vermeintliche Stadtgeschichte in Form eines fragwürdigen Alleinstellungsmerkmals zu vermarkten. So gibt es immer noch Produkte und Orte, die sich der rassistischen Wortwahl und Bildsprache bedienen und daraus finanziellen Profit generieren.
der lokale Kontext
Im Eisenberger Stadtkern lässt sich eine Entwicklung über die letzten Jahre erkennen: Seit Dezember 2022 gibt es hier ein Tattoostudio, das von Neonazis betrieben wird; über das hauseigene Label kann Kleidung mit Aufdrucken wie „Antisemit“ oder „Liebe deine Rasse“ erworben werden. Neben diesem Tattoostudio in Richtung Markt liegt das Büro der AfD, das es hier schon seit ein paar Jahren gibt – gegenüber das Rathaus und nebenan das M-Café sowie das Hotel M-Brunnen. Vielleicht wird durch diese kurze Skizze etwas klarer, dass das Eisenberger M-Fest insbesondere unter diesen Umständen kein „buntes und tolerantes“ Stadtfest sein kann, wie es der Bürgermeister in der Vergangenheit gerne behauptete. Wo Nazis und rassistische Sprache toleriert werden, ist schnell Schluss mit bunt und tolerant – das weiß doch jedes Kind!
Was bisher geschah
Mit vollem Bewusstsein über die bestehende Kritik findet 2026 zum sechsten Mal das Eisenberger Stadtfest mit dieser Ausrichtung und dem neuen Namen statt. Diverse antirassistische Verbände (u. a. die Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland) haben in der Vergangenheit immer wieder das Gespräch mit der Stadt gesucht – jedoch ohne jeden Erfolg. Einem ernsthaften Dialog sowie einer kritischen Aufarbeitung ist Bürgermeister Michael Kieslich (CDU) gekonnt aus dem Weg gegangen, womit er die von ihm so genannte „offene und vielfältige Kultur“ in der Stadt selbst ad absurdum geführt hat. Dieser Status quo, in dem weiße Menschen ihre eigene Verantwortung zur Aufarbeitung verinnerlichter Rassismen und kolonialer Weltbilder systematisch leugnen, ist für uns nicht hinnehmbar. Aus diesem Grund haben wir in den letzten Jahren öffentliche Gegenveranstaltungen organisiert, um eine Alternative zum Stadtfest anzubieten und unsere Forderungen in den öffentlichen Raum zu tragen!
Wer wir sind und was wir wollen
Wir, eine Initiative von Menschen aus Eisenberg, Jena, Gera sowie der näheren Umgebung, stellen uns gegen ein Stadtfest mit derartiger Namensgebung. Dass insbesondere die Kritik von Schwarzen Menschen ignoriert und nicht ernst genommen wurde, macht deutlich, wie tief verwurzelt Rassismus in Deutschland ist.
Auch in diesem Jahr wollen wir wieder zeigen, dass ein fröhliches Stadtfest ohne Rassismus möglich ist.
Wir laden alle Menschen aus Eisenberg und Umgebung ein, mit uns ein Zeichen zu setzen und mit uns am 30.05.2026 im Friedenspark zusammen zu kommen. Es wird Musik, Hüpfburg, Bastelstände, Siebdruck, Infostände & Redebeiträge geben! Eisenberg, es reicht! Solidarität statt Ignoranz!
Unsere Forderungen:
● Das „M-Fest“ soll umbenannt werden!
● Die Stadt Eisenberg soll ihre Stadtgeschichte historisch fundiert aufarbeiten!
● An einschlägigen Orten sollen kritische Infotafeln angebracht und Orte der Auseinandersetzung geschaffen werden!
30. Mai 2026 | 12.30 bis 16.30 Uhr | Friedenspark Eisenberg

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